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Hydration & Elektrolyte – der unterschätzte Schlüssel zur Ausdauerleistung

Hydration & Elektrolyte – der unterschätzte Schlüssel zur Ausdauerleistung

Flüssigkeit ist mehr als Wasser. Ohne präzises Elektrolytmanagement bricht jedes System früher oder später ein – egal, wie stark der Motor ist.

Einleitung: Warum Wasser allein nicht reicht

In den meisten Köpfen bedeutet Hydration: Wasser trinken. Punkt. Doch wer Ausdauer trainiert oder im Sommer intensiv arbeitet, weiß: Es geht um mehr. Wasser ohne Elektrolyte ist wie Strom ohne Leiter – das System kann nicht funktionieren. Natrium, Kalium, Magnesium und Chlorid halten das elektrochemische Gleichgewicht, steuern Muskelkontraktionen, Nervenimpulse und den Flüssigkeitsaustausch zwischen Zellen und Blutplasma.

Schon kleine Defizite können Leistung messbar mindern, Konzentration senken und die Regeneration verzögern. Trotzdem ist „Trinken nach Durst“ für viele Athlet:innen das einzige Konzept. Zeit, tiefer zu verstehen, was Hydration wirklich bedeutet.

Die Funktion von Wasser und Elektrolyten im Körper

Wasser macht 55–65 % des Körpergewichts aus. Doch entscheidend ist, wo es sich befindet. Nur das richtige Verhältnis zwischen intrazellulärer (in den Zellen) und extrazellulärer (außerhalb der Zellen) Flüssigkeit ermöglicht stabile Funktionen.

Elektrolyte wie Natrium, Kalium, Magnesium und Chlorid halten diese Balance. Natrium zieht Wasser in den extrazellulären Raum, Kalium in den intrazellulären. Chlorid reguliert die elektrische Neutralität, Magnesium stabilisiert Enzymreaktionen und die Nervenleitung.

Im Training verlieren wir nicht nur Wasser, sondern auch Elektrolyte – über Schweiß, Atmung und Urin. Wird nur Wasser ersetzt, sinkt die Natriumkonzentration im Blut → das Risiko einer Hyponatriämie steigt. Symptome: Kopfschmerz, Übelkeit, Leistungseinbruch – bis hin zu Kreislaufversagen bei Extremfällen.

Elektrolyte im Wasser aufgelöst

Leistungsphysiologie: Was bei Dehydration passiert

Ein Flüssigkeitsdefizit von nur 2 % des Körpergewichts reduziert die Ausdauerleistung um bis zu 10 %. Grund: sinkendes Blutvolumen, schlechtere Wärmeabgabe, steigende Herzfrequenz. Das Herz muss mehr Arbeit leisten, um denselben Sauerstoffumsatz aufrechtzuerhalten.

Je stärker die Dehydration, desto mehr steigt die Kerntemperatur. Der Körper drosselt Leistung, um Überhitzung zu vermeiden. Gleichzeitig sinkt die neuronale Aktivierung – du fühlst dich „leer“, bevor die Muskeln tatsächlich am Limit sind.

Elektrolytmangel verschärft diesen Effekt: Nervenimpulse werden instabil, Muskeln kontrahieren ungleichmäßig → Krämpfe, Leistungslöcher, Koordinationsverlust. Die physiologische Basis bricht zusammen, obwohl Energie und Motivation noch da wären.

Wie viel Schweiß – und was darin steckt

Schweißraten variieren enorm: zwischen 0,5 l/h (lockeres Training, kühles Wetter) und über 2 l/h (intensiv, heiß). Der Natriumverlust schwankt zwischen 400 und 1800 mg pro Liter Schweiß – abhängig von Genetik, Akklimatisierung und Ernährung.

Deshalb ist ein „One-Size-Fits-All“-Ansatz unsinnig. Manche verlieren in 90 Minuten kaum 500 mg Natrium, andere über 3000 mg. Wer das eigene Schweißprofil nicht kennt, tappt im Dunkeln.

Praxis-Tipp: Wiege dich vor und nach langen Sessions. 1 kg Gewichtsverlust entspricht etwa 1 l Schweiß. Wenn du zusätzlich stark salzig verschwitzt bist (Salzkrusten, weiße Streifen auf Kleidung), brauchst du überdurchschnittlich Natrium.

Frau trinkt Wasser mit Elektrolyten beim Sport

Hydrationsstrategie im Training

Vor der Einheit

2–3 h vorher: 400–600 ml Flüssigkeit mit 300–500 mg Natrium. Kurz vor Start: 200 ml. Ziel: gut hydriert starten, ohne „voll“ zu sein.

Während der Einheit

Bei Belastungen < 60 min genügt Wasser. Ab 60–90 min: 400–800 ml Flüssigkeit pro Stunde, abhängig von Temperatur und Intensität. Elektrolyte: 500–1000 mg Natrium pro Stunde (je nach Schweißrate). In Hitze oder langen Rennen zusätzlich Kalium und Magnesium.

Nach der Einheit

Trinke etwa 1,5× den Flüssigkeitsverlust, ideal verteilt über 1–2 h. Ersetze Elektrolyte im gleichen Verhältnis – z. B. mit gezielten Hydration-Mixes oder salzhaltigen Speisen (Brühe, Salzmandeln, Mineralwasser mit Natrium > 500 mg/l).

Hydration, Kohlenhydrate und Performance

Wasseraufnahme und Kohlenhydratverfügbarkeit hängen eng zusammen. Glykogen bindet etwa 2,7 g Wasser pro Gramm. Leere Speicher bedeuten weniger intrazelluläres Wasser → geringeres Volumen, weniger Kühlkapazität, schlechtere Enzymaktivität. Deshalb sollte jede „Carb-Strategie“ auch eine Hydrationsstrategie sein – und umgekehrt.

Besonders im „Train-Low“-Kontext ist das relevant: Geringe Carbs bedeuten auch geringere Wasserbindung. Wer hier Elektrolyte ignoriert, riskiert Leistungseinbruch und längere Regenerationszeit.

Elektrolyte im Detail

Natrium

Hauptkation des extrazellulären Raums. Reguliert Flüssigkeitsverteilung, Blutvolumen und Nervenleitung. Zentrale Komponente jeder Hydration.

Kalium

Wichtig für Zellmembranpotential und Muskelkontraktion. Wird meist ausreichend über Ernährung gedeckt, kann bei starkem Schwitzen kritisch werden.

Magnesium

Co-Faktor von über 300 Enzymen, stabilisiert ATP-Reaktionen. Mangel → Muskelzittern, Krämpfe, reduzierte Effizienz.

Calcium

Notwendig für Muskelkontraktion und neuronale Reizweiterleitung. Defizite selten akut, aber relevant in langen Wettkampfperioden.

Elektrolyte Pulver auf Fläche

Praxisbeispiele für verschiedene Bedingungen

Kühle Bedingungen (5–10 °C)

Flüssigkeit 400–600 ml/h, Natrium 400–700 mg/h. Fokus: konstante Aufnahme, kein „Zwangstrinken“.

Moderate Bedingungen (10–20 °C)

600–800 ml/h, 600–1000 mg Natrium/h. Addiere Kohlenhydrate (30–60 g/h) bei Dauer > 90 min.

Heiße Bedingungen (> 25 °C)

800–1200 ml/h, 1000–1500 mg Natrium/h. Kühlung (Eis, kalte Getränke) sinnvoll, wenn möglich. Ziel: Temperaturmanagement.

Individuelle Tests: Dein Schweißprofil verstehen

Die einfachste Methode: Wiege dich vor und nach 90 min Belastung (mit gleicher Kleidung, ohne Nachtrinken). Addiere getrunkene Menge zur Differenz. Differenz = Schweißverlust. Beobachte Salzränder, Krampfneigung, Durstverhalten. Optional: Labortests oder DIY-Schweißanalysen zur Natriumkonzentration.

Hydration in der Regeneration

Nach harten Einheiten oder Wettkämpfen ist Rehydration der erste Regenerationsschritt. Wasser, Natrium und Kohlenhydrate gehören zusammen: Wasser folgt Natrium, und Glukose erleichtert Natriumaufnahme über den Natrium-Glukose-Cotransporter (SGLT1). Deshalb sind Elektrolytgetränke mit Kohlenhydratanteil nach Belastung besonders effizient.

Ohne ausreichendes Rehydrationsmanagement bleibt das Blutvolumen reduziert → schlechter Schlaf, niedrigere HRV, höherer Ruhepuls.

Fazit: Präzise Hydration ist Performance

Hydration ist kein Nebenthema, sondern Grundvoraussetzung für Leistung, Thermoregulation und Regeneration. Wasser ist der Träger, Elektrolyte sind die Steuerung. Wer beides systematisch managt, kann mehr Druck über Zeit halten, klarer denken und sich schneller erholen.

Der Unterschied zwischen einem guten und einem großartigen Athleten ist oft kein Trainingsvolumen – sondern das Verständnis für die kleinen Systeme, die Leistung überhaupt erst möglich machen. Hydration ist eines davon.

© Novii Nutrition · Wissenschaftlich fundiert. #NoBullshit

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